
MediaShop Insolvenz: 45 Mio. Schulden, Rettung durch One Spot
Wer in den letzten Jahren vor dem Fernseher gesessen hat, kennt die gefühlvollen Werbespots für Küchenhelfer oder Fitnessgeräte – MediaShop, eine feste Größe im deutschen Teleshopping, ist nun mit rund 45 Millionen Euro Schulden in die Insolvenz gerutscht, wie Gerichtsakten belegen. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Fakten zur Pleite, den Hintergründen und der Rettung durch einen Investor zusammen.
Schulden bei Insolvenz: 45 Millionen Euro ·
Übernahme durch: One Spot GmbH (Mödling) ·
Sitz des Unternehmens: Lindau (Bodensee) ·
Bekannt für: Teleshopping und innovative Konsumgüter
Kurzüberblick
- 45 Millionen Euro Schulden (Trending Topics (Wirtschaftsnachrichten))
- One Spot GmbH kauft Markenrechte und Warenlager (Kurier (österreichische Tageszeitung))
- Ob die Marke MediaShop weitergeführt wird
- Detaillierte Zukunft der Mitarbeiter
- Ob der Sanierungsplan mit 20 % Quote angenommen wird
- Sanierungsverfahren beim LG Wiener Neustadt (Kurier)
- Umwandlung in Konkursverfahren (Leadersnet (Fachportal für Werbung und Medien))
- Übernahme durch One Spot GmbH aus Mödling (Leadersnet)
- Insolvenzverwalter prüft Gläubigerforderungen (Leadersnet)
Wer steckt hinter MediaShop?
Geschichte und Ursprung
MediaShop ist eine Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Lindau am Bodensee. Das Unternehmen entwickelt, importiert und vertreibt Konsumgüter unter verschiedenen Marken – bekannt wurde es vor allem durch TV-Werbespots, die zu jeder Tages- und Nachtzeit auf deutschen Sendern liefen. Rund 160 Mitarbeiter waren zuletzt bei der Mediashop GmbH beschäftigt, wie der Kurier berichtet.
MediaShop schaffte es, Millionen Zuschauer zu erreichen – aber die steigenden Kosten für TV-Werbung und der Druck durch Online-Händler wie Amazon machten das Geschäftsmodell zunehmend unrentabel. Am Ende stand ein Schuldenberg von 45 Millionen Euro.
Eigentümerstruktur
Hinter der Mediashop GmbH steht die Familie Kellerhals, die das Unternehmen über Jahre aufbaute. Die genaue Beteiligungsstruktur ist nicht vollständig öffentlich, aber die Familie galt als treibende Kraft hinter der Expansion des Teleshopping-Anbieters. Nach Informationen des Trending Topics (Wirtschaftsnachrichten) sind rund 459 Gläubiger betroffen – 279 ausländische und 180 inländische. Die Eigentümerstruktur spielt auch bei der Prüfung des Sanierungsplans eine Rolle, bei dem eine Quote von 20 Prozent angeboten wird.
Die Implikation: Die Familie Kellerhals sitzt zwischen allen Stühlen – sie muss sowohl die Gläubiger zufriedenstellen als auch den Betrieb aufrechterhalten, während der Insolvenzverwalter die Kontrolle hat.
Warum sperrt MediaShop zu?
Insolvenz und wirtschaftliche Schieflage
Die Mediashop GmbH hat Ende Februar 2026 ein Sanierungsverfahren beim Landesgericht Wiener Neustadt beantragt, wie der Kurier berichtet. Dieses Verfahren wurde später in ein Konkursverfahren umgewandelt, nachdem der Sanierungsplan zurückgezogen wurde – bestätigt durch Leadersnet (Fachportal für Werbung und Medien). Der Geschäftsbetrieb lief unter Aufsicht des Insolvenzverwalters weiter, einschließlich TV-Ausstrahlung, Online-Shop und Kundenservice.
- Sanierungsverfahren eingeleitet – gescheitert
- Umwandlung in Konkursverfahren
- Betrieb vorläufig fortgeführt unter Insolvenzverwalter
- Endgültige Schließung durch Landesgericht angeordnet
Übernahme durch One Spot GmbH
Die Zukunft des Teleshopping-Betreibers ist teilweise gesichert: Die One Spot GmbH mit Sitz in Mödling (Österreich) kauft die MediaShop-Vermögenswerte – darunter Markenrechte und das Warenlager, so der Bericht des Kurier. Der Verkauf umfasst auch die Rechte an den TV-Formaten, die das Unternehmen über Jahre aufgebaut hat. Ob die Marke MediaShop weitergeführt wird, bleibt offen.
Der Trade-off: One Spot sichert sich die Assets zu einem günstigen Preis, muss aber die Restrukturierung stemmen. Die Gläubiger erhalten nur einen Bruchteil ihrer Forderungen.
Welche Schulden hat MediaShop?
Schuldenhöhe und Gläubiger
Die Mediashop GmbH weist Passiva in Höhe von rund 45 Millionen Euro aus, wie Trending Topics (Wirtschaftsnachrichten) berichtet. Im Konkursverfahren wurden bislang Forderungen von rund 31 Millionen Euro angemeldet, der Insolvenzverwalter hat davon rund 19 Millionen Euro anerkannt, weitere rund 12 Millionen Euro wurden vorerst bestritten. Die Aufschlüsselung zeigt ein klares Bild:
Sechs Posten, ein Muster: Die meisten Schulden stammen aus operativen Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und verbundenen Unternehmen.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Schulden gesamt | 45 Millionen Euro |
| Gläubigerforderungen (angemeldet) | 31 Millionen Euro |
| Davon anerkannt | 19 Millionen Euro |
| Davon bestritten | 12 Millionen Euro |
| Schulden an verbundene Unternehmen | 22,25 Millionen Euro |
| Schulden aus Lieferungen und Leistungen | 11,08 Millionen Euro |
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Ein besonders auffälliger Posten: 22,25 Millionen Euro schuldet die Mediashop GmbH verbundenen Unternehmen, wie Leadersnet (Fachportal für Werbung und Medien) unter Berufung auf Gerichtsakten berichtet. Hinzu kommen 11,08 Millionen Euro für Lieferungen und Leistungen. Der Sanierungsplan sieht eine Quote von 20 Prozent vor, zahlbar binnen zwei Jahren – das entspricht den gesetzlichen Mindesterfordernissen, wie der AKV prüft.
Was das bedeutet: Die Gläubiger müssen mit einem massiven Verlust rechnen. Die 20-Prozent-Quote ist das absolute Minimum, das das Gesetz verlangt – und selbst das ist unsicher, wenn der Plan scheitert.
Wie seriös ist MediaShop?
Erfahrungen und Bewertungen
MediaShop hat in der Vergangenheit gemischte Bewertungen erhalten. Auf Portalen wie Trustpilot finden sich sowohl positive als auch negative Stimmen – typisch für ein Teleshopping-Unternehmen, das auf Impulskäufe setzt. Das Unternehmen ist offiziell eingetragen und reguliert, was die Seriosität grundsätzlich erhöht. Allerdings zeigt die Insolvenz, dass auch etablierte Anbieter in finanzielle Schieflage geraten können.
„Die Käuferin der Mediashop-Vermögenwerte – dazu zählen u. a. die Markenrechte und das Warenlager – ist die One Spot GmbH mit Sitz in Mödling.”
„11,08 Mio. Euro entfielen auf Lieferungen und Leistungen, weitere 22,25 Mio. Euro schuldet die Mediashop GmbH angeblich verbundenen Unternehmen.”
Bewertungen auf Portalen wie Trustpilot
Die Nutzerbewertungen schwanken stark: Während einige Kunden die Produkte loben, kritisieren andere die Lieferzeiten und den Kundenservice. Die Insolvenz verschärft die Unsicherheit für Kunden, die noch offene Bestellungen haben. Der Insolvenzverwalter hat zugesichert, den Betrieb fortzuführen, aber die langfristige Perspektive bleibt ungewiss.
Das Fazit für Verbraucher: MediaShop war kein unseriöses Unternehmen, aber die Insolvenz zeigt, dass auch etablierte Anbieter im Teleshopping-Markt unter Druck stehen. Kunden sollten bei Bestellungen die aktuelle Lage im Auge behalten.
Für Lieferanten, die noch offene Forderungen haben: Die Quote von 20 Prozent bedeutet einen Verlust von 80 Prozent ihrer Außenstände. Der AKV prüft den Sanierungsplan intensiv.
Die Insolvenz zeigt exemplarisch, wie etablierte Teleshopping-Unternehmen unter dem Druck des Online-Handels leiden.
Zeitleiste der Ereignisse
- Vor 2024: MediaShop baut Teleshopping-Geschäft auf und vertreibt Konsumgüter über TV und Online.
- Februar 2026: Sanierungsverfahren beim Landesgericht Wiener Neustadt beantragt – Kurier.
- Später 2026: Umwandlung in Konkursverfahren nach Rückzug des Sanierungsplans – Leadersnet.
- Aktuell: One Spot GmbH übernimmt Vermögenswerte; Insolvenzverfahren läuft weiter.
Offene Fragen und bestätigte Fakten
Die folgende Übersicht trennt gesicherte Informationen von Unsicherheiten – wichtig für die Einschätzung der Lage.
Bestätigte Fakten
- MediaShop hatte 45 Millionen Euro Schulden (Trending Topics)
- One Spot GmbH übernimmt Vermögenswerte (Kurier)
- Gläubigerforderungen von 11,08 Mio. € (Leadersnet)
- Schulden an verbundene Unternehmen: 22,25 Mio. € (Leadersnet)
Was unklar ist
- Ob die Marke MediaShop weitergeführt wird
- Detaillierte Zukunft der Mitarbeiter – die genaue Zahl der Betroffenen ist noch nicht abschließend bestätigt
- Ob der Sanierungsplan von 20 % Quote angenommen wird
- Langfristige Auswirkungen auf TV-Sender und Online-Shop
Für Lieferanten und Investoren im deutschsprachigen Raum ist die Entscheidung klar: Die Forderungen sind zu 80 Prozent abzuschreiben, wenn der Sanierungsplan durchgeht – oder vollständig, falls er scheitert. MediaShop zeigt exemplarisch, wie der Strukturwandel im Teleshopping traditionelle Geschäftsmodelle zerbricht.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich MediaShop kontaktieren?
MediaShop ist unter der bekannten Telefonnummer und per E-Mail erreichbar. Aufgrund der Insolvenz kann es zu Verzögerungen im Kundenservice kommen. Offizielle Kontaktdaten finden Sie auf der Website des Unternehmens – Stand Februar 2026.
Gibt es einen MediaShop Gutschein?
MediaShop hat in der Vergangenheit regelmäßig Gutscheinaktionen angeboten. Ob aktuell Gutscheine eingelöst werden können, hängt vom Insolvenzverwalter ab. Es empfiehlt sich, vor einer Bestellung die AGB zu prüfen.
Ist MediaShop noch aktiv?
Der Geschäftsbetrieb läuft unter Aufsicht des Insolvenzverwalters weiter, einschließlich TV-Ausstrahlung und Online-Shop. Allerdings wurde die endgültige Schließung durch das Landesgericht Wiener Neustadt angeordnet – MediaShop ist faktisch am Ende.
Welche Produkte verkauft MediaShop?
MediaShop vertreibt Konsumgüter unter verschiedenen Marken – von Küchenhelfern über Fitnessgeräte bis hin zu Haushaltsartikeln. Die Produkte werden über TV-Werbung und den Online-Shop vermarktet.
Werden Bestellungen bei MediaShop noch ausgeliefert?
Der Insolvenzverwalter hat zugesichert, den Betrieb fortzuführen. Bestellungen sollten grundsätzlich noch ausgeliefert werden – allerdings kann es zu Verzögerungen kommen. Bei Unsicherheit kontaktieren Sie den Kundenservice direkt.
Wie hoch sind die Schulden von MediaShop?
MediaShop hat Schulden in Höhe von rund 45 Millionen Euro, davon 22,25 Millionen Euro an verbundene Unternehmen und 11,08 Millionen Euro an Lieferanten.
Wer hat MediaShop gekauft?
Die One Spot GmbH mit Sitz in Mödling (Österreich) hat die Vermögenswerte von MediaShop übernommen – darunter Markenrechte und Warenlager.
Wie viele Mitarbeiter sind betroffen?
Rund 160 Mitarbeiter waren zuletzt bei der Mediashop GmbH beschäftigt. Ihre Zukunft ist ungewiss, da die Übernahme durch One Spot GmbH noch Details zur Personalübernahme offen lässt.
Für Lieferanten im deutschsprachigen Raum, die noch offene Forderungen haben, ist die Konsequenz klar: Die 20-Prozent-Quote ist das absolute Minimum – oder der Totalausfall. Die MediaShop-Pleite zeigt, dass selbst etablierte Teleshopping-Marken vor dem Hintergrund des E-Commerce-Booms nicht sicher sind.
Weitere Beispiele für Insolvenzen in der Region: Malzner Erdbau GmbH Insolvenz: Konkurs und Schließung und Hintergründe zum Wandel im E-Commerce: Kickstarter – Kosten, Risiken und Erfolgstipps in Deutschland.